Was bedeutet Cloud-Rückführung?
Bei einer Cloud-Rückführung, auch Cloud Repatriation oder Cloud-Exit genannt, werden Anwendungen oder Daten aus einer öffentlichen Cloud auf eine selbst kontrollierte Infrastruktur verlagert. Das können eigene Server im Unternehmen oder eine dedizierte Umgebung bei einem Betriebspartner sein. Auch eine schrittweise Rückkehr zu On-Premise mit einzelnen verbleibenden Cloud-Diensten ist möglich.
Zu viel Cloud? Die Gründe konkret machen.
Sie möchten Ihre IT wieder im eigenen Haus haben, weil Ihnen Kontrolle, Unabhängigkeit oder ein nachvollziehbarer Betrieb wichtig sind? Das sind Anforderungen, die eine Architekturentscheidung prägen dürfen. Halten Sie fest, was sich konkret ändern soll.
- Kosten: Cloud-Rechnungen, Lizenzen und Datentransfers mit Beschaffung, Betreuung, Strom, Sicherheit und Wiederherstellung der Zielumgebung vergleichen. Migration und Parallelbetrieb gehören dazu.
- Datensouveränität: Klären, wer auf Daten zugreifen, Systeme ändern und Sicherungen wiederherstellen kann. Der Serverstandort allein beantwortet das nicht.
- Anbieterabhängigkeit: Exportformate, Schnittstellen und Plattformdienste prüfen. Auch lokale Software und Betriebspartner schaffen Abhängigkeiten.
- Verfügbarkeit: Festlegen, welche Prozesse auch bei einer unterbrochenen Internetverbindung funktionieren müssen und welche weiteren Abhängigkeiten bleiben.
Eigene Server brauchen einen geplanten Betrieb.
«Die IT wieder im Keller» steht oft für den Wunsch nach greifbarer Kontrolle. Der tatsächliche Standort muss jedoch geeignet sein: Zugangsschutz, Stromversorgung, Kühlung und Schutz vor Wasser oder Feuer gehören ebenso zur Planung wie Updates, Überwachung und ein getesteter Wiederanlauf. Lokale IT ist nicht automatisch sicherer oder günstiger.
Bei stark schwankender Last oder eng integrierten Plattformdiensten kann Cloud weiterhin sinnvoll sein. Entscheidend ist die Bewertung jeder Anwendung mit derselben geforderten Sicherheit und Verfügbarkeit.
Cloud-Ausstieg in sechs Schritten
- Ziel definieren: Welche Kosten, Abhängigkeiten oder Kontrollfragen sollen sich verbessern?
- Bestand erfassen: Anwendungen, Daten, Schnittstellen, Benutzer, Lizenzen und tolerierbare Ausfallzeit dokumentieren.
- Zielbetrieb planen: Infrastruktur, Zuständigkeiten, Zugriffe, Backup und Wiederherstellung festlegen.
- Pilot testen: Eine überschaubare Anwendung migrieren; Datenübernahme, Berechtigungen und Schnittstellen prüfen.
- Schrittweise wechseln: Zeitfenster, Abnahmekriterien und einen Rückfallplan vereinbaren.
- Sauber abschliessen: Alte Dienste erst nach Abnahme beenden; Datenbestände, Zugänge, Kosten und Vertragslaufzeiten nachprüfen.
Häufige Fragen zur Rückkehr zu On-Premise
Muss ein KMU vollständig aus der Cloud aussteigen?
Nein. Ein hybrider Betrieb kann passen: ausgewählte Anwendungen auf eigener Infrastruktur, andere weiterhin als Cloud-Dienst. Die Entscheidung wird pro Anwendung getroffen.
Ist On-Premise günstiger als Cloud?
Das zeigt erst der Vergleich der Gesamtkosten über einen passenden Zeitraum. Der Serverkauf allein lässt sich nicht mit einer Cloud-Gebühr inklusive unterschiedlicher Betriebsleistungen vergleichen.
Kann jede Cloud-Anwendung lokal betrieben werden?
Nein. Bei fertiger Cloud-Software kann der Wechsel eine andere Anwendung und eine Datenmigration erfordern. Exportmöglichkeiten und Funktionsumfang müssen vorab geprüft werden.
Wer hilft bei der Einordnung?
onpremise.ch ist eine neutrale Informations- und Austauschplattform. Vinco AG betreibt die Plattform, bringt sich fachlich in Diskussionen ein und vermittelt bei Bedarf Kontakte zu passenden Dienstleistern. Über die Plattform nimmt Vinco AG selbst keine Umsetzungsaufträge entgegen. Stellen Sie Ihre Frage im Austauschbereich.
Weiterführende Grundlagen
Microsoft: Verantwortung bei Cloud- und On-Premise-Betrieb
On-Premises oder Cloud: die Entscheidung vorbereiten · Backup und Wiederherstellung planen
